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afzlred, Kulmbach.Die
Frage, ob es sich bei BSE um eine Seuche handelt, ist
nur primär eine Frage der Begriffsdefinition und der
sachgerechten Zuordnung. In ihrer praktischen Konsequenz
ist diese Frage jedoch von enormer wirtschaftlicher
und politischer Bedeutung und Tragweite. Denn die Annahme,
dass BSE eine Seuche sei, lag allen bisherigen politischen
Maßnahmen zu Grunde, die zur Bewältigung der BSE-Krise
veranlasst und getroffen wurden - sei es nun in England,
in Deutschland oder in den übrigen europäischen Ländern.Darauf
weist Dipl.-Chemiker Dr. Klaus Hofmann, ehemaliger
Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Chemie
und Physik an der Bundesanstalt für Fleischforschung
in Kulmbach (siehe auch Seite 1), in einem offenen Brief
an Ministerpräsident Johannes Rau, Bundeskanzler
Gerhard Schröder und Prof. Dr. Günter Pschorn, Präsident
der Bundesärztekammer, hin. Als die Rinderkrankheit
BSE 1985 in Großbritannien ausbrach und rasch um sich
griff, wurde diese erstmals auftauchende und in ihren
Ursachen lange Zeit rätselhafte Erkrankung vorsichtshalber
und in diesem Stadium durchaus mit einem gewissen Recht
als Seuche eingestuft und damit den Konsequenzen
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des Tierseuchengesetzes unterworfen.
Es erlaubt dem Staate, die zum Schutze der Allgemeinheit
erforderlichen Maßnahmen -notfalls unter Einschränkung
der Grundrechte des Einzelnen - rasch und unbürokratisch
durchzusetzen.Dazu gehört, dass die von einer Seuche
befallenen Tiere sofort den Behörden gemeldet werden.
Seuchen sind epidemische Infektionskrankheiten. Sie
werden durch vermehrungsfähige Mikroorganismen, Bakterien
oder Viren, verursacht und sind stets ansteckend. Um
die Ausbreitung einer Seuche zu verhindern, sind daher
strenge lsolierungs- und Beseitigungsmaßnahmen erforderlich.
Der amerikanische Wissenschaftler Stanley B. Prusiner,
dessen Arbeiten 1997 mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet
wurden, hat jedoch nachgewiesen, dass der BSE-Erreger
ein Protein, ein krankmachendes (pathogenes) Prionprotein,
ist. Damit war zugleich klar, dass BSE nicht länger
als Seuche betrachtet werden kann, denn Proteine
sind keine lebenden Organismen und damit weder vermehrungsfähig
noch ansteckend“ (wohl aber über das Muttertier auf
den Fötus übertragbar).
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